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Sporthunde TKGS

Für viele Hundefreunde sind dies die klassischen Sportdisziplinen. Sie erfordern auch vom Hundeführer ein gewisses Mass an Sportlichkeit und setzen sehr intensives Training – auch ausserhalb der Trainingsstunden - voraus.

Alle Disziplinen sind streng reglementiert.

Begleithunde BH
Die Ausbildung zum Begleithund (BH) fördert den Gehorsam des Hundes. Diese Sportart kann man mit allen Hunderassen betreiben, gleichgültig ob gross oder klein. Hundeführer und Hund lernen, eine gemeinsame Sprache zu finden und ein Team zu werden. Dabei soll die Ausbildungsarbeit mit dem Hund dem ganzen Team Freude bereiten: Hund und Hundeführer sollten motiviert, spielerisch und ohne Zwang auf ihre Ziele hinarbeiten.
Es gibt drei Schwierigkeitsstufen und nur wer die vorherige Stufe mit Erfolg in einer offiziellen Prüfung mit mind. 70% der Höchstpunktzahl bestanden hat, wird zur nächsten Stufe zugelassen. Jede Stufe wiederum besteht aus drei Arbeitsteilen:

1. Nasenarbeit
2. Unterordnung
3. Führigkeit

Vielseitigkeitsprüfung (VPG) und Internationale Prüfungsordnung (IPO)
Die Vielseitigkeitsprüfung verlangt von Hundeführer und Hund, wie es bereits der Name vermuten lässt, Einsatz und Können in verschiedenen Gebieten.
Die Ausbildung umfasst in Bezug auf Gehorsam, Führigkeit und Nasenarbeit nahezu die gleichen Disziplinen wie die des Begleithundes. Zusätzlich wird der Vielseitigkeitshund im so genannten Schutzdienst ausgebildet. Auch hier stehen Exaktheit, Genauigkeit und Perfektion im Vordergrund.
Die «Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde» besteht aus drei Prüfungsklassen (VPG I - III), mit steigendem Schwierigkeitsgrad in den einzelnen Bereichen.
Massgebend für die Prüfungen ist die Prüfungsordnung (PO) der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG). Diese umschreibt die Disziplinen, welche in den einzelnen Klassen zu absolvieren sind.
Neben der Vielseitigkeitsprüfung besteht eine Internationale Prüfungsordnung (IPO), die für alle Länder der Welt Gültigkeit hat.
Mit steigenden Anforderungen von IPO 1 bis IPO 3 umfassen die Prüfungen die Disziplinen «Nasenarbeit», «Unterordnung» und «Schutzdienst». Analog der VPG hat der Hund den Helfer in verschiedenen Übungen zu bewachen, dessen Flucht zu vereiteln, bzw. seinen Hundeführer (HF) vor dem gespielten Angriff des Helfers zu beschützen.
Wie bei allen anderen Disziplinen wird auf Sportlichkeit grösster Wert gelegt. Hunde, die an IPO-Prüfungen teilnehmen, werden nicht auf Aggression ausgebildet. Es sind vielmehr sehr gut erzogene Hunde, denen die Gelegenheit gegeben wird, sich im Hundesport ihren Veranlagungen entsprechend zu beschäftigen. Die Ausbildung zum Sporthund kann durchaus auch Basis für andere Sparten im Hundewesen sein.
Für das Training im Schutzdienst bestehen strenge gesetzliche Vorschriften (nur lizensierte Ausbilder, nur wesenmässig geeignete Hunde, nur Hundeführer mit einwandfreiem Leumund).
In der IPO3 finden Wettkämpfe auf internationalem Niveau bis zur Weltmeisterschaft statt, wahrlich die Königsklasse im Hundesport.

Fährtenhund FH, FH97, IPO-FH
Hier kann der Hund seine ausgezeichnete Nase gebrauchen! Bei den verschiedenen Fährtenhundprüfungen (FH, FH97, IPO-FH) muss der Hund innert einer vorgesehenen Zeit eine etwa 2 km lange Fremdfährte mit mehreren Winkeln (Richtungsänderungen) verfolgen, auf der Gegenstände versteckt sind. Die Fährte ist 4 Stunden alt. Von den drei Gegenständen insgesamt ist der letzte etwa 10 cm tief unauffällig vergraben. Einer der Gegenstände ist aus Metall.

Die Prüfungsordnung der SKG kennt zwei verschiedene Klassen von Fährtenhundeprüfungen: In der FH Prüfung wird der Erfolg, also die Gegenstände, bewertet; in der neueren FH-97 Prüfung wird zusätzlich die Ausführung der Fährtenarbeit gewertet.

Ausdauerprüfung AD
Grundlage zu jeglichem längerfristigen Erfolg im Hundesport ist die Gesundheit der Hunde. Mit einem sportlichen Ausdauertest soll die Gesundheit und Belastbarkeit der Hauptorgane der Hunde wie Herz, Atemwege, Gebäude und Gangwerk ein Leistungszustand geprüft werden. Vor der Prüfung werden die Hunde durch einen Tierarzt untersucht. Nicht vollständig gesunde Hunde werden zurückgewiesen.
Eine Laufstrecke über 20 km mit  zwei Rastplätzen und dem Ziel wird vom Hundeführer auf dem Velo absolviert, derweil der Hund angeleint daneben läuft. Der Hund soll freudig mitlaufen ohne zurückzuhängen. Das Durchschnittstempo liegt bei 12 - 15 km/h, das heisst, das Team soll alle 10 Minuten zwischen 2’000m und 2’500m zurücklegen.

An den Rastplätzen wird der Hund jeweils von einem Tierarzt untersucht, der darüber entscheidet, ob der Hund nach einer fest vorgeschriebenen Pausenzeit weiterlaufen darf.

Bei Ankunft am Ziel wird die effektive Laufzeit ermittelt. Gleichzeitig überprüfen Tierarzt und Richter den Zustand aller einlaufenden Hunde und halten die Ergebnisse in ihrem Protokoll fest.
Nach einer Erholungspause wird eine Gruppenarbeit  in Leinenführigkeit durchgeführt, während welcher alle Gangarten und Wendungen mit angeleintem Hund, sowie «Sitz» und «Platz» gezeigt werden müssen. Hier wird überprüft, wie lebhaft und fit die Hunde nach absolviertem 20-km-Trab sind oder wie offensichtlich sich ein allfälliger Leistungsabfall nach diesem Dauerlauf zeigt.

Die Beurteilung lautet entweder «Ausdauerprüfung bestanden» oder «nicht bestanden».
Wenn ein Hund diesen 20km-Dauerlauf ohne sichtlichen Leistungsabfall durchhält, darf man davon ausgehen, dass er grundsätzlich gesund ist und weder Herzfehler noch Probleme der Atemorgane hat. Sein Gangwerk wird nach dieser Leistung als belastbar und leistungsfähig angesehen.

Für alle Disziplinen wird für den Hund wird ein Leistungsheft geführt, in welches die Prüfungsergebnisse eingetragen werden. Für den Breitensport sind Hunde ohne Ahnentafel mit gewissen Einschränkungen zugelassen – internationale Wettkämpfe dürfen ausschliesslung Hunde mit FCI-anerkannter Ahnentafel bestreiten.

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