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Ernährung des Hundes

Ob Fertigfutter, rohe Ernährung oder selbst zusammengestellte Mahlzeiten für den Hund: Der Hundehalter sollte wissen «was drin ist». Er braucht Grundkenntnisse, um die zahlreichen zur Verfügung stehenden Informationen zu verstehen und die richtige Entscheidung treffen zu können.

Grundsätzlich darf gesagt werden, dass hochwertige Ernährung die Voraussetzung für gesunde Hunde und Vorbeugen die beste Behandlung gegen ernährungsbedingte Erkrankungen ist.

Aktive und vor allem Leistungshunde benötigen viel Energie, um nicht nur leistungsfähig sondern auf Dauer auch gesund zu bleiben. Dabei sind neben Energie auch andere Ernährungsanforderungen zu erfüllen:  Neben der Dauer und der Art der körperlichen Belastung (wie Agility, Waldlauf o.ä.) sind die äusseren Umgebungsbedingungen wichtig wie Bodenbeschaffenheit, Wind, Aussentemperaturen.

Ernährungsfehler können unterschiedlichste Auswirkungen auf Hunde haben, allen ist jedoch gemeinsam, dass sie fast immer zu Veränderungen von Haut und Fell führen. Wenn ein ansonsten gesunder Hund eine unbefriedigende Fellqualität hat, sollte immer auch an falsche Ernährung gedacht werden.

Trocken- oder Nassfutter?
Die Diskussion um diese Frage ist oft von Weltanschauung und Philosophie geprägt und beruht auf positive Erfahrungen mit einer bestimmten Fütterungsmethode.

Was den Aufwand für die Fütterung mit Fertigprodukten betrifft, so bieten diese alle den grössten Komfort für den Halter — die benötigte Menge Futter wird in den Napf gefüllt und dem Hund angeboten. Fertig.

Es gibt sowohl bei Nass- als auch bei Trockenprodukten grosse Unterschiede in Nährwert, Qualität der verarbeiteten Rohstoffe. Man erkennt dies sofort an den unterschiedlichen täglichen Futtermengen. So ist der höhere Preis für hochwertige Futter durch den höheren Nährstoffgehalt und die Verringerung der Futtermenge relativ.

Der Halter sollte in jedem Fall die Angaben der Hersteller auf den Verpackungen genau lesen und vergleichen.

Natürlich entscheidet der Geldbeutel des Hundehalters mit, man sollte das hochwertigste Futter wählen, welches man sich finanziell erlauben kann und durchaus auch kleinere unbekannte Produzenten in Erwägung ziehen, die sehr genaue Angaben über Inhaltsstoffe, Konservierung, Verarbeitung und Herkunft  machen. Und man achte auf den Hund: wenn alles OK aussieht, was hinten rauskommt, ist das zumindest ein gutes Indiz für das Futter, was vorne reinkam. Mehr jedoch nicht.

Futter selbst zubereiten
Gleichgültig, ob der Hundehalter als Fütterungsmethode das Barfen oder Selber Kochen wählt, wobei neben der fleischhaltigen Kost auch vegetarische möglich ist, es müssen grundsätzliche Überlegungen gemacht werden.

Da sind zunächst einmal der Zeit- und Arbeitsaufwand zu bedenken. Ist das Verabreichen eines Fertigfutters eine Frage von wenigen Minuten, um die die entsprechende Portion in den Napf zu füllen, so müssen die einzelnen Nahrungskomponenten bei eigener Zubereitung entsprechend verarbeitet werden. Beim Kochen kommt noch die Zeit des Abkühlens hinzu. Und es ist fraglich, ob es in einer Mietwohnung angebracht ist, dem Hund rohes Fleisch zu geben.

Sind die Futterkomponenten verfügbar, muss die Portion so zusammengestellt werden, dass der Nährstoffbedarf des Hundes möglichst korrekt gewährleistet ist. Dies bedingt, dass die für den Hund individuell benötigten Mengen angepasst sein müssen. Aufgrund von Bewegung, Gesundheit, Alter, Einsatz bei Sport, Dienst oder Zucht, ist der Nährstoffbedarf sehr unterschiedlich. Unsachgemäss zusammengestellte Rationen können gesundheitliche Probleme auslösen.

BARF — mit Rohkost gesund leben und vorbeugen
Barf ist ein Kurzwort aus dem englischen und bedeutet übersetzt «biologisch artgerechte rohe Nahrung». Bevor das Feuer zum Garen verwendet wurde, ernährten sich nicht nur die Hunde sondern auch die Menschen mit roher Kost wie im Übrigen alle anderen Lebewesen auch.

Somit bringt das «Barfen» den Vorteil einer sehr natürlichen Ernährungsform mit sich. Die Abwehrkräfte des Hundes werden allgemein gestärkt (Vorbeugung vor Krebs) und die Rohkost soll damit auch gegen Parasiten wirken.

Ideal wäre es nach BARF, dem Hund ein komplettes rohes Huhn vorzulegen, aber das wird kaum durchführbar sein. Das Beutetier als ein komplettes Nahrungselement, bei dem der Hund Innereien, Knochen und Fleisch zu sich nimmt, muss quasi ersetzt werden. Es gilt, möglichst viel Abwechslung zu bieten, d.h. die verschiedensten Fleischarten, wobei Knochen und Innereien wie Pansen nicht fehlen dürfen. Röhrenknochen sind tabu. Gut geeignet sind Kalbsbrustbein, Kälberschwänze und Knochen vom Schaf. Dazu werden unterschiedliche Gemüse und Früchte angeboten. Der unbedingte Vorteil hierbei ist, dass der Halter ganz genau kontrollieren kann, welche Nahrungselemente sein Hund zu sich nimmt. Dabei kann er vor allem auch Fleisch und Gemüse aus ökologisch unbedenklicher und inländischer Produktion bevorzugen.

Nun gibt es Hundehalter, die mit der Fütterung von rohem Fleisch Mühe haben, sie möchten lieber für ihren Hund kochen. Es gibt auch Hunde, welche aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation rohes Futter nicht oder nur schlecht vertragen.

Selbst gekochtes Futter
Kochen für den Hund bedeutet nicht, dass quasi die Verwertung diverser Nahrungsreste vom Tisch gefüttert werden, sondern den Aufwand, um für den Hund eine gesunde, art- und bedarfsgerechte Nahrung zusammenzustellen, die seinem Organismus alle Nährstoffe in aufgeschlossener Form verfügbar macht.

Das selber Kochen für den Hund beginnt beim Einkauf der Rohprodukte und deren Qualität. Für eine natürliche Ernährung sind bankwürdiges Muskelfleisch, aufgeschlossene Getreide aus naturbelassener Produktion, vollwertige Gemüse oder Obstsorten und weitere gesunde Rohprodukte zu empfehlen.

Für beginnende Hundefutter-Köche und -Köchinnen ist es sehr empfehlenswert,  bei versierten Fachleuten Hilfe und Unterstützung einzuholen.

Vegetarische Hundeernährung
Hunde können entgegen der allgemeinen Meinung ohne negative gesundheitliche Folgen auch vegetarisch ernährt werden. Wie beim Barfen und selber Kochen muss auf die Qualität der Produkte geachtet werden, auf eine abwechslungsreiche Kost und den Verzicht auf künstliche Zusätze.

Hauptbestandteil der Mahlzeiten sind verschiedene Getreide, Kartoffeln und Gemüse. Als Eiweissquellen dienen beispielsweise Quark, Joghurt und Eier. Aber auch Käse darf gereicht werden.

Als Knochenersatz wird gerne sehr hartes, trockenes Vollkornbrot genommen.

Wann und wie oft füttern?
Zweimal am Tag wird oft als die beste Möglichkeit genannt. Zu beachten ist, dass der Hund nicht unmittelbar nach dem Herumtoben gefüttert wird und dass hinterher eine Ruhezeit eingehalten wird.

Gewicht
Der Halter sollte bei seinem Hund auf das «Normalgewicht» achten. Übergewicht hat grosse Auswirkungen auf die Gesundheit des Hundes. Daher sind Belohnungen wie Leckerli und Guetelis unbedingt in die Tagesportion einzuberechnen!

Fachwissen
Jeder Hundehalter sollte sich eingehend über Ernährungsfragen in Fachliteratur, bei Fachleuten und eventuell bei Tierärzten informieren. Bei Allergien, Magen-/Darmproblemen ist in jedem Fall mit dem Tierarzt über die optimal angepasste Fütterung und die Inhaltsstoffe zu sprechen.

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